Du und ich

Jer 31, 31ff.

Du und ich, das Paar gehört zusam­men seit Schöp­fungs­ta­gen. Gott schafft den Men­schen als sein Gegen­über, als Eben­bild. Er ver­bün­det sich mit ihm und ver­pflich­tet sich zur ewi­gen Bünd­nis­treue. Sein Name bürgt dafür: der ewi­ge „Ich bin“. Dass der Mensch und ins­be­son­de­re das Got­tes­volk als Bünd­nis­part­ner ver­sagt, erlebt der Pro­phet Jere­mia in vol­ler Här­te. Sein Pro­phe­ten­amt muss er aus­füh­ren, als Isra­el sich auf der Höhe sei­ner Abkehr von sei­nem Gott befin­det. Unter­gang und Ver­trei­bung pro­phe­zeit Jere­mia. Der alte Bund, den der „Ich bin“ geschlos­sen hat, wur­de vie­le Male gebro­chen. Das „Du sollst“ des alten Bun­des hat ein­fach nicht geklappt: Du sollst kei­ne ande­ren Göt­ter haben! Unzäh­li­gen ande­ren Göt­zen hul­dig­ten die Zeit­ge­nos­sen Jere­mi­as. Du sollst nicht ehe­bre­chen, steh­len, fal­sches Zeug­nis geben – Fehl­an­zei­ge! Auf das Du ist kein Verlass!

Doch Jere­mia hat gute Nach­rich­ten: Er darf ver­kün­den, dass Tage kom­men wer­den, in denen der Herr einen neu­en Bund mit Isra­el und Juda schlie­ßen wird. In die­sem Bund heißt es dann nicht mehr „Du sollst“, son­dern „Ich wer­de“. Ich wer­de mein Gesetz in ihr Inne­res legen und ich wer­de es auf ihr Herz schrei­ben. Ich wer­de ihr Gott sein. Ich wer­de ihre Schuld ver­ge­ben und an ihre Schuld nicht mehr geden­ken. Ich wer­de! Für das irdi­sche Got­tes­volk, Isra­el und Juda, ist die­se Ver­hei­ßung noch Zukunft, nicht nur gram­ma­ti­ka­lisch. Aber wie gött­lich ist der Plan, all jenen, die nicht durch Abstam­mung zum Volk Got­tes gehö­ren, schon heu­te die Mög­lich­keit zu geben, Teil des neu­en Bun­des zu wer­den! Wie? Mit Jesus, der von sich sagt „Ich bin“. Ich bin der Gute Hir­te, das Brot des Lebens, der Weg und die Tür, das Licht, der Wein­stock, die Auf­er­ste­hung und das Leben. Die Zukunft ist für all die, die das glau­ben, zur Gegen­wart gewor­den. Das ver­gos­se­ne Jesus-Blut des neu­en Bun­des macht es mög­lich: Jesus und du – das ist der neue Bund, das untrenn­ba­re Paar, die herz­li­che Ver­bun­den­heit durch den Geist, der in dir wohnt.