Das war eine ganz besondere Zeit: Das erste Jahr, nachdem Jesus auferstanden und in den Himmel zurückgekehrt war und nachdem der heilige Geist zu Pfingsten über die Jünger gekommen war. Täglich waren sie in Jerusalem beisammen, lehrten die jungen Gläubigen und unterrichteten sie in allem, was sie selber mit Jesus erlebt hatten, was er ihnen gesagt hatte und was sie von ihm gelernt hatten. Täglich trafen sie sich zum Gebet und zum Feiern des Abendmahls und Tausende bekannten ihre Sünde, kehrten um und gehörten fortan zur Gemeinde. Sie waren ein Herz und eine Seele! Wissbegierig sog man das Evangelium in sich auf. Niemand dachte daran, die tägliche Versammlung auszulassen, um seiner Arbeit nachzugehen. Zu wichtig war ihnen das Hören und Lernen und Beisammensein. Ehrensache, dass man sich gegenseitig den Rücken freihielt. Wer immer Vorräte, Eigentum oder Geld besaß, teilte es freiwillig mit allen. Ganze Äcker wurden verkauft, und der Erlös kam der Gemeinde zugute. Keinem musste das gesagt werden. Jeder setzte Hab und Gut, Zeit und Kraft mit Liebe und Hingabe ein. Nur ja niemanden zurücklassen! Keiner sollte gezwungen sein, seiner Arbeit nachzugehen und derweil die Gute Nachricht zu verpassen.
Eine einmalig wertvolle Zeit! Wertvoll vor allem deshalb, weil diese jungen Christen nicht lange danach durch eine Welle der Verfolgung Jerusalem verlassen mussten und in ganz Galiläa und Samarien zerstreut wurden. Schade einerseits, aber eine Chance andererseits, denn nun gründeten sie allerorts neue Gemeinden. Sie konnten das, denn sie hatten in diesem ersten intensiven Jahr so viel gelernt!
Wünschenswert: Gemeinsam lernen und einander den Rücken freihalten – möge der Herr uns für Ersteres offene Ohren schenken und für Letzteres unbekümmerte Freigebigkeit.
