Einander den Rücken freihalten

person wearing blue long-sleeved shirt resting its hand on man wearing black shirt

Apg 4, 32ff.

Das war eine ganz beson­de­re Zeit: Das ers­te Jahr, nach­dem Jesus auf­er­stan­den und in den Him­mel zurück­ge­kehrt war und nach­dem der hei­li­ge Geist zu Pfings­ten über die Jün­ger gekom­men war. Täg­lich waren sie in Jeru­sa­lem bei­sam­men, lehr­ten die jun­gen Gläu­bi­gen und unter­rich­te­ten sie in allem, was sie sel­ber mit Jesus erlebt hat­ten, was er ihnen gesagt hat­te und was sie von ihm gelernt hat­ten. Täg­lich tra­fen sie sich zum Gebet und zum Fei­ern des Abend­mahls und Tau­sen­de bekann­ten ihre Sün­de, kehr­ten um und gehör­ten fort­an zur Gemein­de. Sie waren ein Herz und eine See­le! Wiss­be­gie­rig sog man das Evan­ge­li­um in sich auf. Nie­mand dach­te dar­an, die täg­li­che Ver­samm­lung aus­zu­las­sen, um sei­ner Arbeit nach­zu­ge­hen. Zu wich­tig war ihnen das Hören und Ler­nen und Bei­sam­men­sein. Ehren­sa­che, dass man sich gegen­sei­tig den Rücken frei­hielt. Wer immer Vor­rä­te, Eigen­tum oder Geld besaß, teil­te es frei­wil­lig mit allen. Gan­ze Äcker wur­den ver­kauft, und der Erlös kam der Gemein­de zugu­te. Kei­nem muss­te das gesagt wer­den. Jeder setz­te Hab und Gut, Zeit und Kraft mit Lie­be und Hin­ga­be ein. Nur ja nie­man­den zurück­las­sen! Kei­ner soll­te gezwun­gen sein, sei­ner Arbeit nach­zu­ge­hen und der­weil die Gute Nach­richt zu verpassen.

Eine ein­ma­lig wert­vol­le Zeit! Wert­voll vor allem des­halb, weil die­se jun­gen Chris­ten nicht lan­ge danach durch eine Wel­le der Ver­fol­gung Jeru­sa­lem ver­las­sen muss­ten und in ganz Gali­läa und Sama­ri­en zer­streut wur­den. Scha­de einer­seits, aber eine Chan­ce ande­rer­seits, denn nun grün­de­ten sie aller­orts neue Gemein­den. Sie konn­ten das, denn sie hat­ten in die­sem ers­ten inten­si­ven Jahr so viel gelernt!

Wün­schens­wert: Gemein­sam ler­nen und ein­an­der den Rücken frei­hal­ten – möge der Herr uns für Ers­te­res offe­ne Ohren schen­ken und für Letz­te­res unbe­küm­mer­te Freigebigkeit.