Klartext

people gathered near pole

Apg. 2

Jesus spricht Klar­text: Geht zu allen Völ­kern und leh­ret sie alles zu hal­ten, was ich euch befoh­len habe! Die Gute Nach­richt muss unters Volk, und zwar nicht nur unter das jüdi­sche, son­dern zu allen Völ­kern. Jeder muss wis­sen, dass er von sei­nem Weg in den siche­ren Tod umkeh­ren darf und ewi­ges Leben geschenkt bekom­men kann. Jeder! Aber wie? Die klei­ne Schar der Jesus-Jün­ger ver­schanzt sich in Jeru­sa­lem im wahrs­ten Sinn des Wor­tes „sprach­los“ hin­ter geschlos­se­nen Türen. Die Stadt ist bis zum Bers­ten voll. Es ist Wochen­fest der Juden, ein abso­lu­tes Must-Go. Aber wie hät­ten die ein­fa­chen Gali­lä­er die­ses bun­te Gemisch aus Men­schen unter­schied­li­cher Natio­nen anspre­chen sol­len? Schon die Län­der­na­men ver­ur­sa­chen Kno­ten in der Zun­ge: Phry­gien und Pam­phy­li­en, Liby­en und Kyre­ne. Wie lehrt man frem­de Men­schen, wenn man der Fremd­spra­che nicht mäch­tig ist? Zum kör­per­li­chen Über­le­ben hät­te die Ver­stän­di­gung mit Hän­den und Füßen viel­leicht gereicht, aber um von Sün­de, Ver­ge­bung und ewi­gem Leben zu spre­chen, braucht es Voka­bu­lar. Jesus hat­te das „zu allen Völ­kern“ sicher nicht so wört­lich gemeint.

Hat­te er! Und er lässt die Jün­ger ein­drucks­voll erle­ben, dass eine neue Zeit ange­bro­chen ist. In Feu­er­flam­men kommt der hei­li­ge Geist auf jeden ein­zel­nen von ihnen und lässt den Traum eines jeden Fremd­spra­chen­leh­rers wahr wer­den: Plötz­li­che und per­fek­te Ver­stän­di­gung über alle Sprach­bar­rie­ren hin­weg. Gro­ßes Ent­set­zen und Ver­wun­de­rung unter den Frem­den: Ein jeder hört die Jün­ger in sei­ner Mut­ter­spra­che von Got­tes gro­ßen Taten spre­chen! So geht’s!

Sehr zum Leid­we­sen aller Spra­chen-Ler­ner war das ein punk­tu­el­les Zei­chen für die Jün­ger damals. Jesus stell­te klar: Mei­ne Gemein­de ist eine Ein­heit aller Men­schen, die sich geist­lich ver­ste­hen. Was ihr nicht könnt, kann der hei­li­ge Geist! Er schafft Ver­stän­di­gung über alle Bar­rie­ren hin­weg. Kein Grund also, sich zu ver­schan­zen. Die gute Nach­richt muss unter die Völ­ker!
Und sie ging um die Welt, erreich­te auch uns in Deutschland.

Doch trotz Goog­le Trans­la­te schei­nen wir Chris­ten uns 2000 Jah­re spä­ter wie­der (?) sprach­los hin­ter geschlos­se­nen Türen zu ver­schan­zen. Uns feh­len selbst in unse­rer Mut­ter­spra­che die Wor­te, um zu bezeu­gen, dass Jesus unser Ret­ter und Herr ist.

Bit­ten wir Jesus, dass er uns begeis­tert, damit wir ver­ständ­lich und mutig Klar­text reden.