Salomo baut Gott ein Haus und erlebt den spektakulären Einzug Gottes in sein Heiligtum: Eine Wolke der Herrlichkeit erfüllt den Tempel und zeigt an, dass der Heilige anwesend ist. Sichtbar und doch nicht greifbar. Der Gott, den das Universum nicht zu fassen vermag, kommt und wohnt mitten unter seinen Menschen. König Salomo lobt und preist Gott mit dem ganzen Volk. Eine hochheilige Veranstaltung.
Gott verspricht Salomo, anwesend zu bleiben und verpflichtet das Volk, das Bündnis mit ihm, dem Ewigen, nicht zu brechen und sich nicht anderen Götzen zuzuwenden. Salomo selbst bricht den Bund und verehrt fremde Götter. Dieser Trend setzt sich fort. Jahre später schaut der Prophet Hesekiel, wie die Herrlichkeit Gottes Schritt für Schritt den Rückzug antritt und den Tempel und die Stadt Jerusalem in Richtung des östlichen Berges verlässt (Hes 10f.). Götzdendienst hat sich im Tempel und in den Herzen der Menschen breitgemacht. Die Babylonier zerstören den Tempel und führen die Juden ins Exil. Knapp 500 Jahre vor Jesu Geburt ist es möglich, dass ein 2. Tempel gebaut wird. Jesus bezeichnet ihn als das Haus seines Vaters, in dem er sein müsse. Erneut ist die Herrlichkeit Gottes in Jesus in den Tempel eingezogen. Dieses Mal nicht nur sichtbar, sondern auch greifbar. Doch die Tempeldiener ergreifen Jesus, und ausgerechnet im Tempel verurteilt man ihn zum Tod und führt ihn aus dem Tempel und der Stadt Jerusalem heraus zur Kreuzigung.
Doch Jesus bleibt nicht tot, er wird wieder lebendig und verlässt Jerusalem vom östlich der Stadt gelegenen Ölberg bei seiner Himmelfahrt. In einer Wolke entschwindet er den Blicken seiner Jünger, nicht jedoch, ohne ihnen seinen Geist anzukündigen, der von nun an in der Gemeinde als Tempel Gottes und in jedem Gläubigen wohnen werde. Die Herrlichkeit Gottes ist in uns, wir sind sein Tempel! Johannes schreibt: Wer von sich sagt, dass er mit Gott verbunden ist, soll auch so leben, wie Jesus gelebt hat (1.Joh 2).
